Grosszügig
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Fundstücke
Die Migros ist grosszügig zu ihrer Kundschaft. Sie offertiert gratis zum probieren: Äh, nichts. Toll. Hat neben all dem Überfluss auch mal wieder gut geschmeckt.
Fashionkids
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Fundstücke
Oh, die Schule hat überall wieder begonnen. Für die Kleinen und die Grossen. Aber natürlich, für die Kleinen, die Erstklässler, ist das ein wichtiger Tag. Vorher: Sandkasten. Nachher: Von den älteren Kasten verschlagen. Das war früher so, ist heute nicht anders. Etwas hat sich aber geändert. Die neuen Kids kommen so zur Schule:
Shiit. Fashion like ‘h. Nur: Die Kappe wird ihnen vom Lehrer weggenommen, die Kapuze von den Sekschülern langezogen und das funky Znünitäschli im Brunnen versenkt. Da gelobe ich mir meine 80er Jahre-Jacke, die ich am ersten Schultag anhatte. Und es beweist: Früher war doch alles besser.
Lieber Gölä
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Musik, Politik
Lieber Gölä,
mit Schrecken las ich ihre Statements in dieser grossen Schweizer Zeitung. Nicht unbedingt, weil sie das sagen. Mehr weil ich schlicht immer wieder erstaunt bin, dass es Menschen gibt, die so denken. In einem Land wie der Schweiz, wo die Schokolade 60 Rappen kostet und trotzdem umwerfend zart schmilzt. Wo die Menschen wirklich, und ich muss es sagen, auch wenn es noch so abgedroschen klingt, alles haben, was sie brauchen. Ausser vielleicht genug Sex, aber das ist ein anderes Kapitel. Krass.
Was genau ist ihr Problem, lieber Gölä?
Die Bevölkerung dieses Landes war und ist so gut zu ihnen. Sie hat sie vor über zehn Jahren auf den Thron der hiesigen Musiklandschaft gehievt. Ihr erstes Album liegt auf Platz 4 der ewigen Schweizer Hitparade. Das müssen ungefähr zigrillionen verkaufte Expenplare sein. Ihr Erfolgsrezept damals: Keines. Hemdsärmlig und büezerschuhern machten sie das, was sie damals wirklich gerne machten: Musik. Aus dem Herzen und mitten ins Herz. Ich bewunderte sie dafür und finde die Musik auf ihrem Debut immer noch toll. Und die Schweizerinnen und Schweizer haben sie geliebt für die Songs und überhaupt. Obwohl offizielle immer der Büezer, konnten sie bald aufhören zu büezen. Und überhaupt hat der Erfolg sie dann doch ein bisschen verändert. Sie haben die Musik an den Nagel gehängt, sind verschwunden, wieder aufgetaucht, machten plötzlich englischsprachige Musik, die niemand hören wollte und waren dann, die Frage sei erlaubt: des Portmonees wegen?, plötzlich wieder zurück, um kurz darauf ihre alten Klassiker ein bisschen aufzupeppen und nochmals zu verkaufen. Und haben auch mit dieser CD noch Platin geholt. Und das obwohl sich das Musikgeschäft in der Zeit halbiert haben dürfte. Heisst aber vor allem:
Die Schweizerinnen und Schweizer haben ihnen alle ihre Kapirolen vergeben.
Die haben sich gesagt: Der Gölä, der hat zwar schon auch einen Schaden mit seinem Abhauen aus der Schweiz und den komischen CDs auf Englisch, aber die Musik und seine Tegsch sind eben trotzdem gut. Voilà. Tolles Volk in diesem Land. Und auch sonst: Sie geniessen alle Vorteile des Luxus’ in der Schweiz: Sie spielen für hohe Gagen auf grossen Bühnen, sie streichen Tantiemen ein, weil ihre Songs täglich 10-15 von den tollen Radiostationen in diesem Land gespielt werden (notabene 2-3 Mal täglich von den staatlichen Radiostationen) und leben sehr gerne mit fliessend Wasser, genug Strom, genügend Strassen für ihr Traktorauto und können sich täglich ihr eiskalt frischgezapftes Bier leisten. Und dann sagen sie: Die Politiker sind alle unfähig.
Das lieber Gölä, ist ziemlich doof.
Etwa so doof, wie wenn das Essen in einem Restaurant toll schmeckt und ich mich danach beim Koch beschwere. Und seine Entlassung fordere. Gut, noch dümmer agiert an der Stelle der Präsident der, nun mit ihnen befreundeten, Partei, der toll findet, was sie sagen, obwohl er selber Chef der Partei ist, die am meisten solche Politiker in Bern stellt. Politiker, die sie alle als unfähig schelten. Am meisten unfähig ist hernach also die Partei des blonschöpfigen Toggenburgers selbst. Dieser Kater beiste sich selbst in die Eier.
Aber auch anderes, was als Zitate von ihnen in dieser Zeitung abgedruckt wurde, ist sehr doof. Sie sagen nämlich, das jeder Mensch das Recht haben sollte, ein Waffe zu Hause zu haben. Mal abgesehen von der Tatsache, dass dies dank der Armee leider immer noch fast so ist, ist das doof, weil:
- Statistiken eindeutig zeigen, dass es ein Verhältnis gibt, zwischen Schusswaffenbesitz und Tötungsdelikten mit Schusswafen. Kurz gesagt: Schusswaffen machen ein Land nicht sicherer, sondern unsicherer. Die Vereinigten Staaten, mit der ungewöhnlich hohen Tötungsrate, beweisen dies eindrücklich.
- Sie damit allen Leserinnen und Lesern zeigen, dass ein Tötungsdelikt nicht wirklich etwas anderes ist, als die Polizei zu rufen, die für sowas nämlich ausgebildet und zuständig wäre. Sie wollen die Einbrecher eigenhändig erschiessen. Selbstjustiz. Und das untersützt diese komische Partei auch noch, die immer argumentiert, dass dieses Land zu unsicher sei.
Lieber Gölä, aber das beste an der ganzen Geschichte mit ihnen ist, dass sie nicht wählen gehen. Weil man eh alle Politiker auswechseln müsste, wie sie argumentieren. Alle Politiker, die aber diese Schweiz so gestaltet haben, wie sie ist. In erster Linie ausserordentlich sicher, aufgeräumt, wohlhabend und schlau. Deshalb gehen sie nicht wählen.
Was bitte sehr ist denn das für ein Argument?
Weil alle Politiker schlecht sind, geht man nicht wählen. Damit untergraben sie die Demokratie, die darauf angewiesen ist, dass Menschen wählen gehen, weil das sonst alles keinen Sinn macht. Aber es ist auch sonst ausserordentlich hirnverbrannt, wie sie argumentieren. Weil: wenn auf meinem Hausdach einige Ziegel fehlen, oder sogar alle Ziegel fehlen, kann ich auch nicht die Faust im Sack machen, sondern muss das Dach flicken. Und das funktioniert in diesem Land nun mal über das auch für mich etwas mühsame Wählen und Abstimmen. Die Partei, deren Parolen sie nun verbreiten, versteht es übrigens ausserordentlich gut, viele Menschen zum Wählen und Abstimmmen zu überzeugen. Was ihnen, ganz zu meinem Leidwesen, tatsächlich auch Erfolge bringt.
Und ganz grundsätzlich finde ich es sehr schade, dass sie solche Parolen verbreiten. Es geht mir nicht darum, dass sie sich politsch äussern. Das finde ich sogar toll,
da sollte sich ihr legitimer Nachfolger (Bligg), mal eine Scheibe davon abschneiden.
Der hat nämlich leider aufgehört damit, seit seine Käufer etwas volkstümlicher geworden sind. Mit der radikalen Art ihrer Aussagen und dem Hass, den ich da raushöre, giessen sie aber nur Öl ins Feuer. Genau diese radikale, rücktsichtlose Art zu politisieren macht dieses Land ebenso aggresiver wie Einwanderer, die Probleme mit Gewalt lösen. Sie, lieber Gölä, sind gegen Migranten, die das Land mit ihrer Aggresion unsicher machen, tun dies aber ebenso mit den Parolen, die ebenfalls zum Gebrauch von Gewalt aufrufen. Auch dieser Kater, sie wissen schon…
Schade, lieber Gölä. Ich mochte ihre Art grundsätzlich, verstand auch ihren Wunsch, dieses Land zu verlassen, habe ihnen auch die paar musikalischen Ausrutschter verziehen. Aber mit den nun geschossenen Parolen stossen sie in ein Horn, das sich sowasvon satt bin zu hören. Äussern sie doch ihren Wunsch nach Sicherheit und Ordnung ein bisschen anders. Oder heissen sie auch mal Leute willkommen. So wie Dave Dobbyn das in Neuseeland auf wunderschön patriotisch-weltoffene Art gemacht hat. Das, lieber Gölä finde ich reife Worte eines gestandenen Künstlers. Zu denen ich sie eigentlich gezählt hatte.
Mehr Liebe, mehr Frieden, mehr Platz, mehr Platz für alle.
Tags: Blick, Frieden, Gölä, SVP
Staubsauger Läuft
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Fundstücke
Ich habe immer wieder über Werbungen an dieser grossen Werbetafel im HB berichte. Spannend, was die schiere Grösse der Wand den Werbern für kreative Einfälle entlockt. Und natürlich ist die aktuelle Kampagne alleine schon witzig. Ein Plastik-Arbeiter, der die senkrechte Wand reinigt. Aus Distanz täuschend echt. Sehr lustig. Das beste daran aber: Der Staubsauger läuft. Darüber, meine werten Leserinnen und Leser, lacht sich einer wie der Dabu krank. Sehr geil!
Tags: HB, Siemens, Staubsauger, Werbung
Ferienmusik III
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Musiktipps
Blicke über nächtliche Meeresteile, weit weg von den Hügeln aber auch weit weg vom Glück. Nicht räumlich, sondern ganz generell. Und dann diese Musik: 4min rückenschauderndes Glück. Solche Songs retten mehr Menschen das Leben als staaliche Vorsorgen und Rauchverbote, glaubt mir das! (Ausserdem und ganz unromantisch: Sample von 2pacs “Life Goes On” und “Altersmild” von der CD Dabu – Fantastic)
Tags: Musiktipps, O'jays
Sommer 1.0
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Wetter
Ich hoffe, werte Leserinnen und Leser, ihr habt realisiert, dass wir uns gerade in einem Supersommer befinden. Einem Sommer wie früher.
Eben, einem Sommer 1.0. Im Juni hatte die Sau zwar ordentlich Mühe, richtig auf Touren zu kommen aber seit dann läuft das wie geschmiert. Die 34° am OA Frauenfeld waren zwar krass, aber eben richtig Sommer. Und, und das ist das Geile in diesem Jahr: die Gewitter sind zurück. So wie früher. Nämlich: 34° auf die Glatze und am Abend: Bumm, Gewitter. So war das als ich mit barfusserner Kinderhorhaut vor den Autofahrern flüchtete, deren Gefährt wir mit überreif zerplatzenden Hagebutten beworfen hatten. Haha, schnell weg, Kiesel egal, flüchten. So war das, als wir mit mit Jasskarten gebremsten Velos über den gleissenden Asphalt rasten. So war das bei Wasserschlachten und schmierseifenbefahrener Wasserrutschbahn. Am Abend kam das Gewitter. Um den Durst zu löschen und den Tag zu beschliessen.
In den letzten Jahren waren diese Hitzegewitter eher selten geworden, dafür überheftig. Und heuer scheint es wieder ein bisschen wie früher. Heiss, dann Gewitter. Das heisst auch: Noch keine Wasserknappheit, grüne Bäume, Leben.
Ich hoffe, ihr geniesst das alles so wie ich. Die Hitze, die Abkühlung, der Regen, die Laune. Und dankt dem Wettergott, dem Kachelmann, dem Zufall oder der Topografie dieses Landes (besser als dem Land ganz allgemein) für diese tollen Tage.
Sommer 1.0
Aus Dem Zug
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Unterwegs
Gestern hat die SBB mal wieder das Kunststück geschafft, einen Ersatzzug aufzutreiben für eine deffekte Kompositionen. Und das so schnell, das die S5 schliesslich nicht mal 5 Minuten Verspätung hatte. Unglaublich schnell. Das tolle an der Ersatzkomposition: Es war ein alter Zug, bei dem man die Fenster öffnen kann. Scheiben runter, Glück fühlen. Scheiben runter, Kopf raus. Scheiben runter, figg Klimanlage. Scheiben runter, Sommer riechen, Sonne spüren. Den Blick am Abend habe ich ungelesen weggelegt. Denn: Kopf aus dem Fenster halten war etwas vom Tollsten, was die Kindheit zu bieten hatte. Auch und gerade weil die Eltern immer sagten: Halt jetzt deinen Kopf rein. Pure Schulereise mit Chipsgeschmack und dazwischen Gumibärchen. Alles zurück gestern um 6. Danke SBB für den Zugausfall.
Tags: Fenster, Pendeln, SBB, Zugausfall
Schützenfest
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Politik
Was für eine Idylle. Herr und Frau Schweizer mit weisser Weste, verliebtem Blick und sanft tief sitzender Jeans (für einen Tick Jugendlichkeit). Der Horizont offen, der Himmel Weiss (und was, lieber Grafiker, ist dieser Boden?). Paradiesisch. Aber: Je mit Gewehr in der Hand. Was für eine Idylle. Wie schön das sein muss, zusammen bisschen schiessen gehen am Schützenfest. Dabei findet das eigentliche Schützenfest ganz woanders statt:
24 Juli 2004, Aargauer Zeitung
Weil ihre Ehe zerrüttet war, verliess eine Frau im Januar 2002 mit ihrem Kind die Wohnung, die sie mit ihrem Ehemann teilte. Dieser konnte das nicht verkraften. Um sie zurückzugewinnen, übte er Druck auf die Ehefrau und seine Schwiegermutter aus. Im April 2002 kletterte er im militärischen Tarnanzug mit geladenem Sturmgewehr an den Balkonen bis zum dritten Stock eines Wohnhauses, wo seine Gattin Quartier bezogen hatte, zertrümmerte die Balkontür und drang in die Wohnung ein. Im Schlafzimmer warf er sich auf seine schlafende Gattin und würgte sie.
Da läuft das wahre Schützenfest. Von 2000-2004 fanden in der Schweiz 476 versuchte oder vollendete Tötungsdelikte in Partnerschaften statt. Nichts gegen Sportschützen. Ich sehe da auch eine Faszination, hatte selber auch schon Spass am Schiessen auf Sportscheiben. Aber: Hört bitte auf mit idyllischen Darstellungen im Zusammenhang mit Waffen. Und damit, die im ganzen Land aufzuhängen. Erst recht, wenn gleichzeitig “Killer-Games” verboten werden sollen, weil sie Gewalt verharmlosen. Was, meine Fresse, macht dann so ein Plakat? Abhängen!
Tags: Schusswaffen, Schützenfest, Tötungsdelikte
Ja, ja, ja…
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Politik
Ja der Schiri gestern war natürlich jenseits. Und ja, er ist ein Saudi. Aber der Hass, der dann plötzlich über so einer Person ausgeschüttet wird, finde ich ebenso jenseits. Und vor allem: die rassistisch-anti-muslimische Parole hervorzuholen, nur weil der nicht lupenrein pfiff, das finde ich schlicht traurig und ein Zeugnis von mangelnder Kritikfähigkeit/Verstand/Hirn allgemein. Oder wie’s jemand mal treffend formuliert hat: Da fehlt’s an einem ganz zentralen Ort. Vor allem (und so hat’s auch Emm schön gesagt), wenn man ein paar Tage zuvor die Schweizer Secondo-Mannschaft mit Muslimen in ihren Reihen in höchsten Tönen gelobt hat. Ich frage mich, wann diese Landsleute endlich runterkommen von ihrem fremdenfeindlichen Film und das alles einfach realistisch sehen. Immerhin hat die Schweiz auch aus 1000 anderen Gründen verloren. Und der Schiri pfeifft ja wohl nicht so, weil er ein Saudi ist. Sondern weil er einfach so ist, wie er ist. Oder waren in eurer Sekundarschulzeit alle Lehrer und Hauswarte gleich streng? Und wenn nein, hatte die unterschiedliche Auslegung der Schulordnung oder der Schulregeln mit deren Herkunftsnation zu tun? Oder bei den Vorarbeitern, Lehrmeistern, Chefs? Wohl kaum.
Das beweist leider, was ich schon vor langer Zeit gesagt hatte:
Tags: Khalil al-Ghamdi, Land Wo Hasst, Schiri, WM
Nicht An Der WM
Posted by dabu | Filed under Betrachtungen, Dabu Fantastic, Musiktipps
Auf schattigen Fussballplätzen an Dorfrändern trainieren sie an freien Mittwochnachmittagen. Mit neu geschenkten Fussballschuhen, der Vater hat jetzt endlich frei, kämpfen sie um Bälle am Samstag Morgen. Auf Spielwiesen nahe beim Bach, die Mücken verhindern gute Spielzüge mehr als die Flugbahn des neuen Balls. An Grümpelturnieren schwitzen sie in der Julisonne, was die Dorfeltern des Nachts reinsaufen. Mit selbst gemalten T-Shirts. Talente, die keine sein wollen. Talente, die lieber bisschen Velo fahren würden. Aber sie müssen die Talentlosigkeit der Eltern ausbaden. Und ihre eigenen Motivationsschwierigkeiten. Sie alle schaffen es nicht an die WM. Sie alle wollen auch gar nicht. Und für sie haben Gimma und ich den Song “Mini Schuld” geschrieben. Den könnte man jetzt kaufen, hier auf iTunes, dankeschön!







